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EU-Twinning-Projekt mit Georgien

Beim ersten EU-Twinning-Projekt im Bereich der Kultur mit dem Titel „Support to the Institutional Development of the Georgian National Museum“ arbeiten seit Juni 2010 das Georgische Nationalmuseum in Tiflis, die Staatlichen Museen zu Berlin und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz zusammen. Das Ziel der von der EU finanzierten Verwaltungspartnerschaft ist es, das Georgische Nationalmuseum bei der nachhaltigen Vermittlung und Bewahrung des kulturellen Erbes Georgiens zu stärken. Geleitet wird das Twinning-Projekt von Prof. David Lordkipanidze, dem Generaldirektor des Georgischen Nationalmuseums, und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger, dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Im Fokus des Projektes steht es, Museumsgebäude, Depots und Werkstätten zu planen, die Praktiken auf dem Feld der präventiven Konservierung zu verbessern sowie allgemeine Museumsstandards einzuführen. Um diese Ziele zu erreichen, betreut Dr. Manfred Nawroth das Twinning-Projekt als Langzeitberater vor Ort. Er wird dabei von über 40 weiteren Mitarbeitern von deutscher Seite unterstützt.

In Zusammenarbeit der Projektpartner sind zwei Ausstellungen entstanden, die gleichzeitig mit den „Deutschen Tagen“ in Tiflis am 16. Mai 2011 eröffnet wurden: Das Georgische Nationalmuseum zeigte die Werke „Deutscher Maler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts in Georgien“. Die Maler siedelten sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zusammen mit einer großen Zahl deutschstämmiger Menschen in Georgien an. Ihre Werke sind Zeugnisse der damaligen Zeit und dokumentieren Land und Leute der Kaukasusregion. Die Bilder stammen aus den Sammlungen des Amiranischwili Museums der Schönen Künste des Georgischen Nationalmuseums und des Historischen Museums des Nationalmuseums in Tiflis. In den zwei Ausstellungen werden sie erstmals in umfassender Weise der Öffentlichkeit präsentiert.

Aktuelle Entwicklungen rund um das Twinning-Projekt

Ausstellung „Museumsinsel Berlin – Museum District Tbilisi. Keeping the Past – Facing the Future”
Von September 2012 bis Januar 2013 findet im Georgischen Nationalmuseum in Tiflis die Ausstellung „Museumsinsel Berlin – Museum District Tbilisi. Keeping the Past – Facing the Future“ statt. Sie stellt die historischen Museumsensemble in den beiden Hauptstädten vor und beschreibt die Maßnahmen, die zu ihrer Erhaltung und Weiterentwicklung notwendig sind. Darüber hinaus zeigt sie auf, welche Auswirkungen und Beziehungen sie in den Stadtraum hinein besitzen. In direkter Nachbarschaft haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Kultur- und Bildungseinrichtungen angesiedelt. Die Museen sind somit auch ein wichtiger Motor für den Tourismus und die Stadtentwicklung. 

Öffnungszeiten
20. September bis 13. Januarr 2013
Täglich außer Montag 9:00 bis 18:00 Uhr

Veranstaltungsort
Georgisches Nationalmuseum
Simon Janaschia Museum Georgiens
Rustaweli Allee 3
0105 Tiflis


Ausstellung zu 800 Jahren deutsch-georgischen Beziehungen
Das Georgische Nationalmuseum zeigt ab dem 15. Mai 2012 eine kulturhistorische Ausstellung zu den Beziehungen von Deutschen und Georgiern. Erstmals werden die Verbindungen der beiden Völker von den frühesten Begegnungen im Mittelalter bis zur Gegenwart  beleuchtet. Kulturhistorische Prozesse, wirtschaftliche und wissenschaftliche Errungenschaften sowie zwischenmenschliche Begegnungen von Angehörigen beider Völker stehen im Mittelpunkt der Betrachtung. Gezeigt werden Kunstwerke, Bücher, Dokumente, Fotografien und andere Objekte aus georgischen Institutionen und Museen. Hintergrund der Ausstellung ist das 20-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Georgien.
Die SPK veranstaltet die Ausstellung gemeinsam mit der Deutschen Botschaft in Tiflis und dem Georgischen Nationalmuseum. Finanziell unterstützt wurde die Schau durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Auswärtige Amt. Die Eröffnung findet im Rahmen der „Deutschen Woche in Georgien“ statt.

Öffnungszeiten
15. Mai bis 22. September 2012
Täglich außer Montag 9:00 bis 18:00 Uhr


Entwicklungen im Jahr 2011

Wiedereröffnung des Simon Janashia Museums Georgiens
Nach vierjähriger Schließung wurde am 26. und 27. Mai 2011 der erste Abschnitt des Simon Janashia Museums Georgiens wieder eröffnet. Zu sehen sind vor allem Grab- und Schatzfunde der Bronze- und Eisenzeit, darunter auch „Medeas Gold“ aus Vani, welches 2007 das Publikum in Berlin begeisterte. Die Eröffnung ist der erste Schritt auf dem Weg zur Entwicklung der „Museumsstraße“, die in Zukunft das kulturelle Zentrum der georgischen Hauptstadt Tifliswerden wird.

Wiedereröffnung der Georgischen Nationalgalerie
Mit einer Ausstellung über die Kunst Georgiens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde am 28. und 29. Mai 2011 die Nationalgalerie wieder eröffnet. Sie wurde renoviert und durch einen Erweiterungsbau vergrößert. Die Nationalgalerie soll zu einem Wechselausstellungshaus für moderne und zeitgenössische Kunst aus dem In- und Ausland werden, in dem sich Menschen und Kulturen begegnen. 

 
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