Auf dem Weg zum Humboldt-Forum
Der Schlossplatz im historischen Zentrum Berlins ist ein Ort von besonderer Bedeutung. Bis zu seinem Rückbau im Jahr 2008 hatte der Palast der Republik das 1950 gesprengte Hohenzollernschloss ersetzt. Jetzt wird der für das wiedervereinigte Deutschland symbolhafte Platz mit dem Humboldt-Forum neu gestaltet.
Ein erster Schritt auf dem Weg zum Humboldt-Forum war das vom damaligen Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann, vorgeschlagene Nutzungskonzept für den Schlossplatz. Es wurde von der Internationalen Expertenkommission "Historische Mitte Berlin" als Empfehlung verabschiedet und im Juli 2002 durch einen Bundestagsbeschluss zur verbindlichen Grundlage für alle weiteren Schritte erhoben. Das Konzept sieht vor, die außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen zusammen mit den wissenschaftlichen Sammlungen der Humboldt-Universität und Teilen der Zentral- und Landesbibliothek in das neu zu errichtende Gebäude auf dem Schlossplatz zu integrieren.
Im Juli 2002 wurde die Arbeitsgruppe "Schlossareal" unter Leitung von Kulturstaatsministerin Christina Weiss einberufen. Sie sollte die Vorschläge der Expertenkommission "Historische Mitte Berlin" auf ihre Umsetzung hin überprüfen und ein konkretes Nutzungs- und Finanzierungskonzept erarbeiten. In ihrem Abschlussbericht vom 30. September 2003 sprach sich die Arbeitsgruppe aufgrund der Finanzlage für ein zweijähriges Moratorium aus.
Die Zeit des Moratoriums wurde von den beteiligten Institutionen dazu genutzt, den Planungsprozess voranzubringen. Eine im August 2005 von der Bundesregierung durchgeführte Machbarkeitsstudie für das Schlossareal ergab schließlich, dass das vollständige Raumprogramm des Humboldt-Forums realisierbar ist. Nach einem Beschluss der Bundesregierung wurde dann von 2006 bis 2008 der Palast der Republik rückgebaut.
Das vom damaligen Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee vorgestellte Konzept zum Bau des Humboldt-Forums wurde im Juli 2007 vom Kabinett beschlossen. Aus dem auf Grundlage des Konzepts ausgelobten internationalen Architektenwettbewerb ging im November 2008 der italienische Architekt Franco Stella als Sieger hervor.
Einen ersten Eindruck von den Ideen der zukünftigen Nutzer des Humboldt-Forums gab die im Juli 2009 von Bundespräsident Horst Köhler eröffnete Ausstellung "Anders zur Welt kommen: Das Humboldt-Forum im Berliner Schloss. Ein Werkstattblick" im Alten Museum. Die Ausstellung stellte den Stand der Konzeption zum Humboldt-Forum, die die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Humboldt-Universität und die Zentrale Landesbibliothek Berlin erarbeitet haben, der Öffentlichkeit vor.
Als Bauherrin wurde 2009 die Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum gegründet. Sie koordiniert das Bauprojekt und den Dialog mit der Öffentlichkeit. Die Stiftung ist auch koordinierender Partner der
Humboldt-Box auf dem Schlossplatz.